Viagra
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Viagra® ist der Markenname fur das erste Medikament der Wirkstoffgruppe der PDE5-Hemmer Sildenafil, und wird nach dem Erscheinen weiterer Praparate oft auch als Sammelbegriff verwendet. Siehe hierzu auch: Potenzmittel - Tadalafil (Cialis) - Vardenafil (Levitra).
Viagra mit dem Wirkstoff Sildenafil (CAS-Nummer: 139755-83-2) ist ein Medikament, das 1998 von der amerikanischen Firma Pfizer zur Behandlung der erektilen Dysfunktion auf den Markt gebracht wurde. Insbesondere konnen mit Viagra Erektionsstorungen beim Mann bekampft werden.
| Table of contents |
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1 Wirkungsweise
1.1 Wirkmechanismus 1.3.1 Amerikanische Studie 1.4 Sonstige Wirkungen und Einsatzbereiche 2 Bedeutung des Namens
3 Chemische Grundlagen
4 Generika
5 Auswirkungen
6 Kostenubernahme durch die Krankenversicherung
6.1 Gesetzliche Krankenversicherung 7 Siehe auch:
8 Weblinks
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Wirkungsweise
Wirkmechanismus
Ein Teil des physiologischen Prozesses der Erektion beinhaltet die Freisetzung von Stickoxid (NO) im Corpus Cavernosum. Dadurch wird das Enzym Gunaylatcyklase aktiviert, welches die Ausschuttung von Cyklo-Guanosinmonophosphat (cGMP) erhoht. So wird eine leichte Muskelentspannung im Corpus Cavernosum ausgelost, welche das Einstromen von Blut und damit die Erektion ermoglicht.
Sildenafil ist ein potenter selektiver Hemmer der cGMP-spezifischen Phosphodiesterase, Typ5 (PDE5), die fur die Herabsetzung von cGMP im Corpus Cavernosum verantwortlich ist. Als Resultat wird beim Einsatz von Viagra eine normale sexuelle Stimulation zu erhohten Leveln von cGMP im Corpus Cavernosum und damit zu einer verstarkten Erektion fuhren. Ohne eine sexuelle Stimulation und Aktivierung des NO/cGMP-Systems wird Viagra keine Erektion auslosen.
Der gleiche Wirkmechanismus trifft auch fur die Substanzen Tadalafil und Vardenafil zu.
Viagra wird durch Leberenzyme abgebaut und sowohl uber die Leber als auch uber die Nieren ausgeschieden. Wenn es mit fettreicher Nahrung eingenommen wird, ist ein verzogerter Abbau und eine verringerte Wirkung zu erwarten.
Wirkung beim Mann
Nach Studien ermoglicht der Wirkstoff Sildenafil bei 69% der mannlichen Patienten eine Erektion, die fur die Dauer eines Geschlechtsverkehrs aufrechterhalten wird. Viagra hat im Gegensatz zu den bis dahin eingesetzten Potenzmitteln, die sich die Patienten z.B. mit der Nadel in den Penis spritzen mussten, den Vorteil, dass es nur dann wirkt, wenn der Patient auch sexuell erregt ist.
Ausmass und Dauer einer Erektion hangen vom Blutzufluss und Blutabfluss in den Schwellkorpern des Penis ab. Die Blutzufuhr wird durch ringformige Muskeln in der Arterienwand des Corpus cavernosum gesteuert. Im nicht erigierten Zustand sind diese angespannt und verschliessen die Gefasse. Wird der Mann jedoch sexuell erregt, fuhrt dies in den betreffenden Muskelzellen zur Bildung von cGMP (zyklischem Guanosinmonophosphat). Die Muskeln entspannen sich und der Gefassquerschnitt wird vergrossert, was dazu fuhrt, dass arterielles Blut in die Schwellkorper fliesst und eine Erektion auslost. Molekularer Gegenspieler des cGMP ist das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5), welches das cGMP spaltet. Viagra wirkt dadurch, dass es PDE-5 blockiert und dafur sorgt, dass auch geringe Mengen von cGMP zu einer Erektion fuhren.
Wirkung bei der Frau
Amerikanische Studie
Auch bei der Frau zeigt Viagra Wirkung. Eine Studie in den USA ergab, dass Sildenafil das Lustempfinden bei Frauen steigert und damit besonders auch bei Frauen mit Erregungsstorungen eingesetzt werden kann und gut vertragen wird. Eine Studie von Dr. Jennifer R. Berman von der Universitat Kalifornien in Los Angeles und ihren Kollegen mit mehr als 200 Frauen mit sexuellen Erregungsstorungen, die beim US-amerikanischen Urologenkongress in Chicago im Jahr 2003 vorgestellt wurde, zeigte dieses Ergebnis.
In die Studie aufgenommen wurden Frauen, die in einer stabilen Partnerschaft lebten und schon seit mindestens sechs Monaten eine Erregungsstorung hatten. Einschlusskriterien waren ausserdem etwa Hysterektomie mit oder ohne Adnektomie oder Postmenopause mit Hormonersatztherapie.
Die Frauen wurden randomisiert zwei Gruppen zugeteilt. Sie erhielten entweder Sildenafil (Viagra®) 25 bis 100 mg oder Placebo, jeweils fur sechs Monate.
Primare Endpunkte waren eine verbesserte genitale Empfindung wahrend des Geschlechtsverkehrs oder bei Stimulation und eine verbesserte Befriedigung durch Geschlechtsverkehr oder Vorspiel.
Frauen in der Verumgruppe hatten im Vergleich zur Placebogruppe etwa eine signifikant verbesserte Scheidenfeuchtigkeit und waren orgasmusfahiger. Ernste unerwunschte Effekte gab es nicht.
Pfizer-Studie
2004 hat der Pharmakonzern Pfizer nach mehrjahriger Forschung entschieden, den Wirkstoff Sildenafil nicht fur Frauen auf den Markt zu bringen. Tests an rund 3000 Frauen mit sexuellen Funktionsstorungen hatten keine brauchbaren Ergebnisse geliefert. Das Unternehmen war (vor allem durch die Fachzeitschrift 'British Medical Journal') in die Kritik geraten, unter dem Namen 'weibliche sexuelle Funktionsstorung' (FSD) gezielt ein Krankheitsbild zu schaffen. Nach dem grossen Erfolg von Viagra, sollte so ein ahnlich gewinnbringender Markt fur Frauen aufgebaut werden.
Sonstige Wirkungen und Einsatzbereiche
Ausser den oben genannten Bereichen ist eine Wirkung und ein Einsatz von Viagra bei verschiedenen speziellen Krankheitsbildern beschrieben:
- pulmonale Hypertonie
- Sklerodermie
Risiken und Nebenwirkungen
Die gleichzeitige Einnahme von Sildenafil mit nitrathaltigen Medikamenten oder NO-Donatoren (dazu zahlt auch das Szene-Medikament Poppers) ist absolut kontraindiziert. Durch die kombinierte Wirkung auf den Blutdruck droht ein akuter lebensbedrohlicher Blutdruckabfall - es sollte UMGEHEND ein Notarzt alarmiert werden, der uber die genommene Medikation in Kenntnis gesetzt werden sollte!
Abgesehen von dieser absoluten Kontraindikation stellt der Einsatz bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit nur dann ein Risiko dar, wenn der erfolgreiche Geschlechtsverkehr fur den Kreislauf eine zu hohe Beanspruchung darstellt.
Auch einige AIDS-Medikamente werden durch Viagra negativ beeinflusst, so dass HIV-Infizierte das Mittel nur mit gewissen Risiken einnehmen konnen.
Bei der Einnahme auftretende Nebenwirkungen: Kopfschmerzen (16%), Gesichtsrotung (10%), Magenbeschwerden (7%), Rhinitis (4%), abnorme visuelle Wahrnehmungen (3%; z.B. blaue Schleier im Gesichtsfeld, erhohte Lichtempfindlichkeit).
In Deutschland, Osterreich und der Schweiz ist Viagra rezeptpflichtig.
In der Vergangenheit wurde Viagra hin und wieder durch grossaufgemachte Pressemitteilungen bekannt, in welchen von Todesfallen berichtet wurde. Diese traten aber in allen nachvollziehbaren Fallen durch Nichtbeachtung der Kontraindikationen auf. Ein hohes Risiko ist in diesem Zusammenhang naturlich, Viagra ohne die Verordnung eines Arztes, der diese Risiken abschatzen kann, einzunehmen.
Bedeutung des Namens
Die Bezeichnung Viagra ist ein rechtlich geschutztes Kunstwort. Angeblich setzt sie sich aus den Begriffen vigor (lateinisch fur 'Starke') und Niagara zusammen.
Chemische Grundlagen
- Chemische Bezeichnung: 1-[4-ethoxy- 3-(6,7-dihydro- 1-methyl- 7-oxo- 3-propyl- 1H-pyrazolo [4,3-d]pyrimidin-5-yl) phenylsulfonyl]- 4-methylpiperazin zitrat.
- Summenformel: C22H30N6O4SC6H8O7
- Molekulargewicht: 666,7 g/mol
Generika
Viagra ist sowohl als Markenname, als auch in seiner Zusammensetzung urheberrechtlich geschutzt.
Indien ist Herkunftsland fur eine Reihe von Viagra-/Sildenafil-Generika, da es (voraussichtlich bis 2005) kein den Anforderungen der WTO entsprechendes Patentrecht fur Pharmazeutika besitzt.
Die Einfuhr von verschreibungspflichtigen Medikamenten ist in Deutschland zollrechtlich wie auch arzneimittelrechtlich verboten und unterliegt den VuB-Regeln.
Neben den oben erwahnten echten Generika gibt es im Handel auch Scherzartikel oder Produkte mit anderer Zusammensetzung, die lediglich den Namen und die ovale Form bzw. blaue Farbe der Originalpillen imitieren.
Auswirkungen
Mit der Markteinfuhrung von Viagra war die erektile Dysfunktion erstmals bei vielen Patienten ohne grosse Unannehmlichkeiten behandelbar. Dies hatte weitreichende Folgen auf das Sexualleben in vielen Familien und Partnerschaften. Auf der einen Seite war vielen Patienten, die aufgrund von Erkrankungen wie Diabetes, KHK, etc. nicht mehr in der Lage waren, eine Erektion zu erlangen, wieder die Moglichkeit zu einem erfullten Liebesleben gegeben.
Auf der anderen Seite klagten schon bald Ehefrauen/Partnerinnen, die an den sexarmen Zustand 'gewohnt' waren, dass ihr Partner fur sie plotzlich anstrengender geworden sei, als sie es sich wunschen wurden. Es stellte sich spatestens jetzt heraus, dass fur den Einsatz von Viagra eine intensive Beratung nicht nur mit dem Arzt sondern auch mit der Partnerin sinnvoll ist.
Ein weiteres breites Einsatzfeld findet Viagra in der Pornoindustrie. Es gibt Geruchte, nach denen der Gebrauch von Viagra bei mannlichen Pornodarstellern weit verbreitet sei. Ob Viagra wirklich zur 'Standardtherapie' gehort, oder nur als 'Notnagel' zur Verfugung steht, ist nicht wirklich klar. Konnten Darsteller fruher maximal 2 bis 3 Szenen am Tag drehen, so sind sie jetzt beim Einsatz von Viagra nur durch die Wirkdauer (ca. 4 Stunden) begrenzt. Sein Extrem findet diese Entwicklung im sogenannten Reverse-Gangbang, in welchem ein mannlicher Darsteller in kurzer Zeit Sex mit bis zu 20 bis 30 Darstellerinnen hat. Diese Filme wurden erst durch Viagra moglich.
Viagra gilt als dasjenige Medikament, das als erstes nachweislich zu einer Verbesserung des internationalen Artenschutzes beigetragen hat: Vor allem in asiatischen Landern werden traditionell von seltenen Tieren gewonnene Stoffe als Aphrodisiaka verwendet. Durch die weltweite Verbreitung von Viagra ist die Jagd auf bedrohte Tierarten zum Zweck der Potenzmittel-Gewinnung mittlerweile jedoch zuruck gegangen.
Kostenubernahme durch die Krankenversicherung
Gesetzliche Krankenversicherung
Bis zum 31. Dezember 2003 wurden die Kosten von den Krankenkassen - zumeist erst nach Rechtsstreit - ubernommen.
§ 34 Abs.1 SGB V Satz 7 schliesst seit 1. Januar 2004 die Arzneimittel aus, bei deren Anwendung eine Erhohung der Lebensqualitat im Vordergrund steht. Dazu zahlen u.a. Arzneimittel, die uberwiegend zur Behandlung der erektilen Dysfunktion oder der Anreizung sowie Steigerung der sexuellen Potenz dienen. Auf die Ursache der Storung kommt es nach dem Gesetzestext nicht an. Eine Ausnahmeregelung sehen weder Gesetz noch die Arzneimittel-Richtlinien (Anlage 8) vor.
Private Krankenversicherung
Das vielfach von Versicherungen vorgebrachte Argument, Potenzprobleme bei alteren Mannern seien 'normale altersbedingte Fehlfunktionen' wurde in einem Verfahren gegen eine private Krankenversicherung vor dem Dortmunder Landgericht (AZ: 2 S 25/04) im September 2004 zuruckgewiesen.
Beihilfe
Siehe auch:
- Potenzmittel
- Tadalafil
- Vardenafil
Weblinks
- Viagra(http://www.viagra.de)
- Viagra bei der Frau(http://www.aerztezeitung.de/docs/2003/05/28/099a1503.asp?cat=/medizin/sex)
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Kategorie:Arzneimittel
Kategorie:Sex-Hilfsmittel
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